Über die geschichtliche Entwicklung des Umgangs mit sexuellem Missbrauch:
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In der Rechtssprechung der Antike und im Alten Testament werden sexuelle Vergehen an Kindern mit einem Diebstahlsdelikt“ (Bange 1992, S.9) gleich gestellt. Die Tat musste damit ausgeglichen werden, die Eheschließung mit dem missbrauchten Kind durchzuführen und den Eltern eine finanzielle Entschädigung zu zahlen. „Trifft jemand eine noch nicht verlobte Jungfrau, packt sie und wird dabei ertappt, so hat der Mann, der ihr beiwohnte, dem Vater des Mädchens fünfzig Silberschekel zu zahlen. Auch muss er sie zum Weibe nehmen dafür, dass er sie schwächte“. (Deuteronomium Kapitel 22 Vers 28-29) Im Talmud weisen einige Textstellen darauf hin, dass es die Regel gab, ein Mädchen mit drei (!) Jahren und einem Tag könne mit dem Einverständnis ihres Vaters durch Beischlaf verlobt werden. Mit der Ausbreitung des Christentums setzte ein langsamer Wandel in der Einstellung der Menschen ein. Es galt nun als unmoralisch und schädlich. Wobei das Augenmerk lediglich auf das Kind gelegt wurde, das für seine Erfahrung verurteilt wurde und der Täter in der Betrachtung und in der Beurteilung außen vor blieb. Im 13. Jahrhundert setzte England ein Zeichen, indem auf staatlicher Ebene erste Gesetze zum Schutze der Kinder vor sexueller Ausbeutung geschaffen wurden. „Wer ein unter zwölfjähriges Mädchen vergewaltigt, selbst wenn das Mädchen keinen sichtbaren Widerstand zeigt“ (Statutes of Westminster), wird unter Strafe gestellt. Es folgte 150 Jahre später ein weiteres Gesetz, das Jungen vor „forced sodomy“ schützen sollte. Diese Gesetze wurden jedoch kaum angewandt. In der Renaissance machte sich ein stark aufkeimendes Interesse breit, das Wesen der Kindheit und der Jugend von dem des Erwachsenen zu unterscheiden. So wurden mit Beginn des 18. Jahrhunderts Männer, die sexuellen Missbrauch an Kindern begingen, von der Gesellschaft geächtet, die Tat wurde kriminalisiert. Kinder galten nun nicht mehr als „kleine Erwachsene“, sondern durften Kind sein. Wobei man sagen muss, dass das Umdenken der Gesellschaft nicht durch den christlichen Glauben-gestärktes Moralempfinden geschah, sondern durch wirtschaftliche und militärische Interessen. Kinder, die unter solchen Umständen wie Inzest in der Familie, Kinderprostitution etc. aufwuchsen, waren als Erwachsene aufgrund psychischer und physischer Erkrankung weder als gute Arbeitskräfte, noch als gute Soldaten, geschweige denn als gute Mütter zu gebrauchen. Dementsprechend brachten sie dem aufkeimenden Bürgertum mehr Schaden als Nutzen, deshalb musste man sie vor solchen Übergriffen schützen. Erst Anfang 1980 setzte in Deutschland eine öffentliche Auseinandersetzung mit der Thematik ein: z.B.
Martina Schröder Erzieherin/Kursleiterin Kronos e.V. |
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[ Letzte Änderung am 27.06.2006 ] |


