Wir bieten Kurse für Schulkinder und Erwachsene an, die wir "Giraffenkurse" genannt haben.
Unser Ansatz von Prävention bettet sich in ein umfassendes und systemisches Erziehungskonzept ein. Dieser Ansatz soll dabei in die Gesamterziehung von Elternhaus, Kindergarten und Schule integriert werden.
Kinder sollen stark fürs Leben gemacht werden, Eltern in ihrer Erziehungskompetenz unterstützt, und Fachpersonal in ihrer Methodenvielfalt fortgebildet werden. Bei allen Beteiligten soll ein Bewusstsein für diesen sehr sensiblen Bereich geweckt werden, dass ihnen eine zielgruppengerechte Art der Auseinandersetzung bietet und sie in ihrer Kompetenz bestärkt.
Unser Ansatz richtet sich dementsprechend an alle Beteiligten.
Prävention hat nur eine Chance, wenn sie als selbstverständliche Grundhaltung in die alltägliche Erziehung integriert wird.
Der Fokus liegt dabei auf den positiven Seiten aller Beteiligten, die angeregt und bestärkt werden sollen. Wir arbeiten mit der Grundhaltung des Empowerments.
Prävention soll Lebensfreude ausdrücken und die Beteiligten in ihren Kompetenzen stärken.
Dies versuchen wir in den im folgenden beschriebenen Bereichen umzusetzen:
- Prävention im Kindesalter
- Prävention als Elternbildung
- Prävention für Erziehungsfachkräfte
1. Prävention im Kindesalter:
Die Kinder sollen lernen sich selbst und ihre Gefühle ernst zu nehmen, und ihnen soll deutlich gemacht werden, dass jeder Übergriff auf ihre körperliche und psychische Integrität Unrecht ist.
Prävention darf hierbei keine Angst auslösen, sondern soll die Selbstbestimmung von Kindern stärken, Abhängigkeiten abbauen und Hilfsangebote zugänglich machen.
In unserem Giraffenkurs ist diese präventive Arbeit in ein allgemein identitätsstärkendes Konzept zur kindlichen Lebensbewältigung eingebettet, dass sich am Alltagsleben orientiert. Risikofaktoren sollen reduziert und die einzigartige Persönlichkeit unterstützt werden.
Kompetenzstärkung wird als Lebenshilfe angesehen. Der Erwerb beziehungsweise die Stärkung von individueller Handlungskompetenz wird angestrebt.
Wir wollen dabei nicht nur die alleinige Abwehr von Schaden im Blickfeld haben, sondern richten unseren Ansatz auf die Förderung einer positiven Gesamtentwicklung der Kinder aus.
Die folgenden Inhalte bereiten wir zielgruppengerecht mit den Einrichtungen vor:
- Dein Körper gehört dir
- Vertraue deinem Gefühl
- Unterscheide schöne und unangenehme Berührungen
- Du hast das Recht „Nein“ zu sagen
- Über schlechte Geheimnisse kannst du sprechen
- Lerne Hilfe zu holen
- Du bist niemals schuld
2. Prävention als Elternbildung:
Wir sehen Prävention als erzieherische und gesamtgesellschaftliche Grundhaltung, die als erstes bei den Menschen ansetzen muss, die die unmittelbare Verantwortung für ihre Kinder haben: ihre Eltern.
Daher sind für uns Mütter und Väter die ersten Adressaten für einen Ansatz und eine Veränderung. Hierfür bieten wir den Elternkurs an.
Müttern und Vätern soll Unterstützung angeboten und Mut gemacht werden sich mit der Thematik zu beschäftigen. Ihnen sollen Anregungen für eine Erziehung zur sexuellen Selbstbestimmung ihrer Kinder geboten werden. Die Erziehungskompetenz der Eltern soll aktiviert, gestärkt und gegebenenfalls modifiziert werden.
Inhaltlich ist diese Veranstaltung für Eltern mit folgenden Themengebieten aufgebaut:
- Sach- und Hintergrundinformationen
- Austausch zwischen den Beteiligten
- Reflexion des eigenen Erziehungsstils und -verhaltens
- Übersicht über Kontaktadressen und Informationsstellen
3. Prävention für Erziehungsfachkräfte
Wir sehen Prävention als pädagogisches Prinzip, als Haltung, die sich gegen die Unterordnung von Mädchen und Jungen unter den alleinigen Willen der Erwachsenen wendet und für Selbstbestimmtheit und Eigenheit eintritt.
Wir wollen mit unserem Kurs interessierten Fachkräften die Möglichkeit bieten sich sowohl inhaltlich mit dem Thema auseinander zu setzen als auch methodisch neue Erfahrungen zu sammeln, die später selbst das individuelle Handlungsrepertoire in der eigenen Praxis ergänzen können.
Der tagtägliche Kontakt zu den Kindern und der regelmäßige Kontakt mit deren Eltern machen für uns die Wichtigkeit dieser Personengruppe deutlich präventiv tätig zu werden.
Inhaltlich arbeiten wir mit den interessierten Teilnehmenden zu folgenden Themen:
- Grundverständnis und Grundwissen über sexualisierte Gewalt
- Umgangsweisen und Ansprechpartner nach Offenbarung sexualisierter Gewalt
- Erwerb von Handlungskompetenz durch fachliche Auseinandersetzung, kritische Selbstreflexion hinsichtlich der eigenen Geschlechtsrolle, der beruflichen Rolle, eigener Gewalterfahrungen sowie internalisierter Normen und Werte
- Methodenfortbildung
- Übersicht der gängigen Präventionsmaterialien und -bücher
Wir möchten sie gerne ermutigen dies ebenfalls in ihre Elternarbeit mit ein zu beziehen und konzentrieren uns daher nicht nur auf den primären Erziehungsauftrag, sondern stellen Möglichkeiten vor, wie Eltern zu einer Mitarbeit motiviert werden können.
Inzwischen haben über 15.100 Kinder (Stand 23.06.2006) am Giraffenkurs mit der Giraffe "Giro" und über 8.300 Eltern/Erzieher/Lehrer an Fortbildungen/Schulungen/Elternabenden, in mehreren Bundesländern, an diesem Kursus teilgenommen - nahezu täglich werden weitere Kinder und Erwachsene geschult.


